GRÜNEN Kreistagsfraktion Rhein-Erft

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Von: Geschäftsführung

Wie kann der Schienenverkehr von Köln über Horrem nach Bergheim und Bedburg optimiert werden? Dazu gab und gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Der Kreisverkehrsausschuss verständigte sich auf den GRÜNEN Antrag:

 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

die Grüne Fraktion stellt folgenden Antrag:

“Die Verwaltung wird beauftragt, Abstimmungsgespräche mit dem NVR sowie den Kommunen Bedburg, Bergheim, Elsdorf und Kerpen über die gemeinsame Beauftragung einer Machbarkeitsstudie zur Verbesserung des schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehrs im Bereich Bedburg, Bergheim, Elsdorf und Kerpen zu führen.  

Dabei soll untersucht werden, unter welchen Voraussetzungen eine Verlängerung der S-Bahn 13 von Horrem über Bergheim nach Bedburg und perspektivisch auch nach Grevenbroich machbar ist. 

Alternativ ist zu prüfen, ob eine Optimierung der RB 38 zumindest kurzfristig ähnliche Qualitätsverbesserungen bewirkt.

Ferner muss auch geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Kosten die Verlängerung der S 13 zu einem Haltepunkt Geilrath oder Manheim-Neu möglich ist.

Über die Ergebnisse dieser Gespräche und die Höhe einer möglichen finanziellen Beteiligung des Rhein-Erft-Kreises erhält der Verkehrsausschuss in seiner nächsten Sitzung eine Mitteilung.”

 

Begründung: Die Kreistagsfraktionen von SPD und CDU haben Anträge vorgelegt, die sich mit dem S-Bahn-Ausbau nach Bedburg beschäftigen. Beide Fraktionen wollen damit das Zugangebot auf der Erfttalstrecke verbessern. Der NVR würde bei Kostenbeteiligung eine entsprechende Studie mitfinanzieren. In der Begründung werden die erforderlichen Maßnahmen vorsichtig angedeutet (Elektrifizierung, Anpassung der Gleisanlagen und Bahnübergangstechnik, Überplanung der Begegnungsstellen und gegebenenfalls den teilweisen zweigleisigen Ausbau). 

Die GRÜNE Kreistagsfraktion verschließt sich der Forderung nach einem S-Bahn-Ausbau der Strecke nicht. Die S-Bahn ist das Maß der Dinge im schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr. Die S-Bahn nach Bedburg ist als langfristige Perspektive im Verkehrsentwicklungsplan des Kreises enthalten und müsste in die langfristigen Planungen des NVR übernommen werden. 

Allerdings hat der S-Bahn-Ausbau hohe Qualitätsstandards, die auf der Trasse zwischen Horrem und Bedburg oder Grevenbroich ein hohes Investitionsvolumen bewirken. S-Bahnen-Strecken sind in aller Regel zweigleisig, elektrifiziert und mit Bahnsteigen in 90 cm Höhe versehen: S-Bahnen sollen in einem merkbaren 20-Minuten-Takt mit einer hohen Reisegeschwindigkeit verkehren und dabei an vielen Haltepunkten mit möglichst kurzen Zeiten und möglichst vielen Fahrgästen das zügige stufenlose Ein- und Aussteigen ermöglichen. Der für den S-Bahn-Betrieb erforderliche zweigleisige Ausbau erfordert möglicherweise langwierigen Grunderwerb, für die Elektrifizierung reicht der Verweis auf die wenigen und veralteten Masten zwischen Horrem und Quadrath nicht aus. Alle Bahnsteige wären in ihrer Höhe anzupassen. Damit wäre der Mischbetrieb mit dem Güterverkehr zum und vom Bergheimer Martinswerk gefährdet. Schließlich müsste noch ein weiteres Überwerfungsbauwerk errichtet werden, um die S-Bahn – nachdem sie zwischen Hansaring und Ehrenfeld gerade erst auf das südliche Gleispaar verschwenkt wurde – wieder zurück auf die nördliche Trasse zu bringen. Aktuell getätigte Investitionen in die Trasse zwischen Horrem und Grevenbroich, wie die Zugleittechnik, die Modernisierung der Bahnsteige und Haltepunkte sind auf den Betrieb mit der Regionalbahn ausgerichtet (60 cm Bahnsteighöhe, einspuriger, nicht elektrifizierter Betrieb). Weitere Investitionen folgen, wie der Umbau des Bedburger Bahnhofs und die Anlage des Kurvenbahnsteigs in Horrem.

Die Realisierung der Verlängerung der S 13 nach Bergheim und Bedburg ist also vergleichsweise schwierig, teuer und langwierig. Die Realisierung der S-Bahn nach Bedburg wird sicher nicht vor dem Jahr 2030 möglich sein. Daher bietet sich zwingend an, alternativ oder zumindest als Vorlaufbetrieb, eine Verbesserung der vorhandenen Regionalbahn 38 anzustreben. Dies ist kurzfristig erfolgversprechender.

Die RB 38 ist zwischen Horrem und Köln genauso schnell wie die S-Bahn, weil sie nicht alle Halte bedient. Mit dem Bau des Kurvenbahnsteigs in Horrem sind die dort verkehrenden beiden S-Bahn-Linien (S 13 und S 12) und die beiden Regionalexpresslinien auch für die Nutzer der nach oder von Köln durchgebundenen Züge erreichbar. Mit frischerem Zugmaterial (Regiosprinter oder Nachfolgemodelle auf Diesel-, Akku-Strom- oder Wasserstroff-Brennstoffzellen-Basis) könnten hier die gefahrenen Geschwindigkeiten verbessert werden. Mit dem konsequenten weiteren Umbau auf 60 cm Bahnsteighöhe ist ebenfalls Barrierefreiheit machbar, gleichzeitig blieben die Gleise für Güterzüge befahrbar. Durch eine Optimierung der Begegnungsstellen könnte auf einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau verzichtet werden.

Dringend erforderlich sind Maßnahmen, wie die Verlegung des Haltepunktes Zieverich zum Kreishaus / Chaunyring (oder der oft diskutierte Fußweg), die Renovierung des Bedburger Bahnhofs und die Realisierung des Haltepunkts Gewerbegebiet Bedburg-Mühlenerft.

Wichtig ist, dass die Verbindung werktags bis 23:00 Uhr in einem 20-Minuten-Takt betrieben wird, alle Züge der RB 38 in Kerpen-Horrem halten und einen Umstieg in die S 12 und S 13 sowie die Regionalexpresslinien RE 1 und RE 7 ermöglichen. Dabei bietet sich die kreative Neugestaltung von Verbindungen an, zum Beispiel:

Köln-Messe-Deutz – Bergheim – Grevenbroich – Mönchengladbach

Düren – Horrem – Bergheim – Grevenbroich – Düsseldorf

Horrem – Grevenbroich

[Diese Verstärkerfahrt könnte später um die Villebahn (Wesseling – Brühl – Hürth – Frechen – Horrem – …) ergänzt werden.]

Schließlich ist zu prüfen, was die Verlängerung der S 13 nach Geilrath oder Manheim-Neu bewirkt und kostet. Der Bedarf ist von verschiedener Seite begründet worden. Mit der tagebaubedingten Aufhebung der L 276 (Elsdorf – Buir) sowie der Verlegung der B 477 ist für die Pendler aus Elsdorf der Zugang zur S-Bahn deutlich erschwert. Sie müssten entweder von der B 477 neu durch die Ortslage bis zum Bahnhof Buir oder zum überlasteten Bahnhof Sindorf durch heute schon überlastete Straßen. Mit der tagebaubedingten Verlegung von Manheim in den Dickbusch ergibt sich weiterer Bedarf für einen S-Bahn-Haltepunkt im Bereich der B 477 neu. Dies kann als Haltepunkt Geilrath auf der bestehenden Trasse der S-Bahn passieren, dies kann durch eine Ausgleisung der S-Bahn an die nordwestliche Seite von Manheim-Neu mit der Perspektive einer Weiterführung zur westlichen Seite der Ortslage Kerpen geschehen.

Mit freundlichen Grüßen

 

 

gez. Elmar Gillet                    f. d. R. Angela Lobb

Fraktionsvorsitzender                     Fraktionssekretärin

 

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