(Aufnahme der alten A4 Trasse im Hambacher Wald)
Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rhein-Erft-Kreis begrüßt die gemeinsame Erklärung des Landes Nordrhein-Westfalen, der beteiligten Kommunen, Umweltverbänden und weiterer Partner zur dauerhaften Sicherung des Hambacher Waldes und seiner Vernetzung mit den umliegenden Waldgebieten. Die Einigung markiert einen weiteren Schritt für Naturschutz, Artenvielfalt und Strukturwandel im Rheinischen Revier. Dank gilt den Beteiligten, die für diese Lösung miteinander gerungen und sie nun gefunden haben.
Während die öffentliche Debatte der vergangenen Jahre vor allem den Erhalt des Hambacher Waldes in den Mittelpunkt stellte, geht die nun erzielte Vereinbarung darüber hinaus. Erstmals wird die Entwicklung eines zusammenhängenden Wald- und Wildnisgebiets zwischen Hambacher Wald, Merzenicher Erbwald und Steinheide verbindlich in den Blick genommen.
„Die Bedeutung dieser Vereinbarung liegt darin, dass der Hambacher Wald nicht länger als isolierte Waldinsel betrachtet wird. Er wird Teil eines zusammenhängenden Naturraums von landesweiter Bedeutung. Aus einem Symbol des Widerstands gegen die Zerstörung von Natur wird ein Symbol ihrer Erneuerung“, erklärt Nicole Kolster für die Grüne Kreistagsfraktion.
Hervorzuheben ist die geplante Ausweisung des Hambacher Waldes als Wildnisentwicklungsgebiet. Dadurch soll sich der Wald langfristig weitgehend ohne menschliche Eingriffe entfalten können. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen geschaffen, die Waldflächen sowie die neu entstehenden Waldverbundkorridore bis spätestens 2035 dauerhaft in öffentliches Eigentum zu überführen.
Die Vereinbarung sieht die Schaffung zweier rund 250 Meter breiter Waldverbundkorridore vor. Sie sollen Wanderungsräume für Tier- und Pflanzenarten schaffen. Der Merzenicher Erbwald soll künftig als Naturschutzgebiet gesichert werden.
Die Grünen erinnern daran, dass die Idee einer Waldvernetzung bereits 2021 auf Initiative der damaligen Kreistagskoalition aus CDU, Grünen und FDP im Rhein-Erft-Kreis thematisiert wurde. Damals wurde die Kreisverwaltung beauftragt, gemeinsam mit den beteiligten Kommunen die Voraussetzungen für eine entsprechende Waldentwicklung zu prüfen. Im Jahr 2025 wurde durch eine entsprechende Anfrage der Sachstand bei der Verwaltung erneut erfragt.
„Viele Jahre wurde darüber gesprochen, was verloren zu gehen drohte. Mit dieser Vereinbarung richtet sich der Blick endlich auf das, was entstehen kann: ein vernetzter Naturraum, der Lebensräume sichert, Kohlenstoff speichert, das regionale Klima stärkt und den erfolgreichen Strukturwandel im Rheinischen Revier sichtbar macht“, so Kolster weiter.
Für die Grüne Kreistagsfraktion zeigt die Einigung, dass Strukturwandel, Naturschutz und regionale Entwicklung Hand in Hand gehen können. Sie schafft die Grundlage für eine nachhaltige ökologische Aufwertung der ehemaligen Braunkohleabbauregion.
Nun komme es darauf an, die vereinbarten Maßnahmen konsequent umzusetzen und den angekündigten öffentlich-rechtlichen Vertrag noch in diesem Jahr rechtskräftig zu besiegeln.
